Q.U.I.C.H.E. ist ein queeres Schreibkollektiv aus Basel

Als ich beim Solitude Park ankam, bin ich an diesem Tag schon über 15’000 Schritte gelaufen. Das viele Laufen hatte sich in den letzten Monaten als wirksam gegen meine Angstzustände und Anspannung erwiesen. Also lief ich so viel ich konnte, bis mir die Füsse weh taten und sich Blasen an verschiedenen Stellen in verschiedenen Grössen und Eigenarten bildeten. Immer einen Schritt nach vorne. Und Hauptsache ein Ausweg aus diesem depressiven, angsterfüllten Nebel, in dem ich mich immer wieder befand.  

An diesem Tag im Solitude Park wurde der Nebel plötzlich durchdrungen. Is it a bird? Is it a plane? Nein, es ist ein fast 2 Meter hoher Penis-Fuss?!? Ich möchte mir den pinken Penis-Fuss-Brunnen aus der Nähe anschauen und werde just in diesem Moment vom anlaufenden Brunnen überrascht. 

Um mich von diesem unerwarteten Samenerguss zu erholen – als queere Fraue, die selten mit penis-owning persons Sex hat, braucht man da ne Weile – nehme ich einen Schritt zurück und atme. 

Was ist an diesem grotesken Brunnen in noch grotesker Farbkombination denn Kunst? Zugegebenermassen bin ich keine Kunstkritikerin und möchte nicht behaupten, die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Kunstmarkt und ihren Künstler:innen durchleuchtet zu haben. Und doch frage ich mich, wieso die Foot Fountain ihren Platz inmitten der Gesellschaft verdient hat und so etwas wie swissfeet.com nicht? 

Was ist swissfeet.com fragt ihr euch? Ein anonymes Kollektiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, Füsse zu feiern. Warum? Warum denn nicht? Schliesslich tragen uns unsere Füsse jeden Tag überall hin, ohne einen Dank dafür zu bekommen. Sollten sie dann nicht wenigstens mal gepflegt und fotografiert werden, damit sie andere bewundern können? 

Die Frage sollte eher lauten: Warum stiess Mika Rottenbergs Foot Fountain in Basel oder gar der Schweiz eine kleine Empörungswelle los und swissfeet.com bleibt fast unbekannt, obwohl swissfeet.com so viel facettenreicher ist und bewusst keine spritzenden Phalli oder andere Genitalien darstellt, um uns eine Pause vom Patriarchat zu gönnen? 

Swissfeet.com ist bunt, queer, von Normalos für Normalos – was das auch immer in diesem Kontext bedeutet – und kink-embracing anstatt kink-in-your-facing. 

Worauf wartet ihr also noch? Don’t drag your feet, geht auf swissfeet.com und kauft euch ein paar leckere Feetpics, damit wir uns weiterhin Pediküren leisten können. 

Thank you and see you on swissfeet.com

P.s.: Falls du beim anonymen Fuss-Kollektiv mitmachen möchtest, dann schreibe uns eine E-Mail mit dem Betreff ‘I like feet and want to meet’.