Q.U.I.C.H.E. ist ein queeres Schreibkollektiv aus Basel

Delphine Reist – ÖL [oil, olio, huile]: Museum Tinguely

Alles fällt.

Freier Fall im leeren Raum.

Der Standort ist aufgegeben.

Der Spannteppich schält sich bräunlich an den Schnittkanten vom Boden.

Der Raum ist müde.

Das Bruttosozialprodukt schleift sich durch die Kanalisations des desolaten Bürokomplexes.

Nichts geht mehr.

Alles fällt.

In Delphine Reists Videoarbeit “Averse” von 2007 fallen nach und nach die Neonleuchtstoffröhren aus ihren Startersteckern in der Deckenverschalung. Was eben noch leuchtete zerbricht Sekunden später mit einem giftigen Knall auf dem Boden. Irgendwann ist es dann dunkel.

Viel mehr kann man über das Leben im 21. Jahrhundert vielleicht gar nicht sagen. Es war etwas, das sich überlebt hat. Jetzt ist Leere und Müdigkeit in einem Zuviel, in dem langsam die Lichter ausgehen.

Reist spürte dies schon ein Jahr bevor dann 2008 in so vielen Büros die Lampen ausgingen, dass man in ihnen frisch gedrucktes Zentralbankgeld verbrennen musste, um im Feuerschein glauben zu können, dass man etwas sehe.